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ANKER Uhr
Die ANKER Uhr - Wiens berühmte Kunstuhr am Hohen Markt - ziert seit ihrer Erbauung 1914 als architektonische Gebäudeverbindung den repräsentativen Firmensitz der ehemaligen ANKER Versicherung und heutigen Helvetia Versicherung.
Unter der Patronanz des Bundesdenkmalamtes erfolgte Mitte 2005 eine komplette Restaurierung dieses Kunstwerkes, das in der Ära des Spätjugendstils geschaffen wurde. Heute erstrahlt die ANKER Uhr wieder in neuem Glanz und wurde wegen ihrer Einzigartigkeit in Österreich und ihrer geschichtlichen, künstlerischen und kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt.
So entstand der Gebäudekomplex
Auf dem heutigen Areal Hoher Markt 10-11 und Nummer 12 stand Mitte des 19. Jahrhunderts in einer geschlossenen Eckeinheit neben mehreren kleinen Häusern auch der fünfgeschoßige "Galvagnihof". 1861 erwarb die seinerzeitige Versicherungsgesellschaft "Der ANKER" dieses nach seinem Erbauer, dem Großhändler Pietro di Galvagni, benannte Objekt und verlegte 1869 ihre Hauptverwaltung auf den Hohen Markt. Dieser vermutlich älteste Platz in Wien, dessen historischer Charakter jedoch durch die Zerstörungen von 1945 verloren ging, war mit seinem teils klassizistischen Gepräge einst eine der vornehmsten Adressen der Stadt.
Der große wirtschaftliche Aufschwung des damals europaweit tätigen "ANKERS" führte zu Raumnot im "Galvagnihof". Da nach und nach auch die angrenzenden Liegenschaften in den Besitz der Gesellschaft gelangten, plante man 1911 anstelle der alten Häuserzeile die Errichtung eines neuen, stattlichen Verwaltungsgebäudes. Im Rahmen der städtebaulichen Umgestaltung dieses Bezirksteiles musste beim Neubau ein Durchbruch (wegen der Straßenverlängerung des "Bauernmarktes" über den Hohen Markt hinaus) berücksichtigt werden. So ist die jetzige offene Straßenverbindung zwischen den Häusern Hoher Markt 10-11 und 12 entstanden.
Die Idee, eine Uhr zu bauen
Um dennoch die architektonische Gebäudeeinheit zu wahren, entstand der Plan, die beiden Häuser mit einer Brücke zu verbinden. Es entsprach dem Kulturtrend jener Zeitepoche, solche Architekturelemente künstlerisch ausgestalten zu lassen. Die Bauherren wollten damit ein Wahrzeichen verwirklicht sehen, welches die historische Bedeutung Wiens mitsamt dem Gedanken der Lebensversicherung kunstwerklich in sich vereint. Den Gestaltungsauftrag dazu erhielt der damals äußerst populäre Maler und Bildhauer Prof. Franz von Matsch.
Inspiriert davon, dass sich im Legionslager Vindobona (am Hohen Markt befanden sich die Häuser der Stabsoffiziere) die Römer nach einer Sonnenuhr orientiert hatten und dass hier eine der ersten mechanischen Uhren Wiens das damalige Stadtgerichtsgebäude zierte, kam der Künstler auf die Idee, eine große Kunstuhr zu schaffen.
Von Matsch konstruierte eine "musikalische Figurenuhr", die bildhaft zeigt, wie rasch die Zeit verstreicht. Stunden ziehen vorbei, und die symbolisch sichtbar gemachte Vergänglichkeit soll auf rechtzeitiges Vorsorgen aufmerksam machen, was dem Wesen einer Versicherung eigentlich entspricht. Den einzelnen Stunden ordnete er Persönlichkeiten zu, welche im Laufe der Jahrhunderte für die Stadt Wien großes geschichtliches Ansehen erlangten. Von Prof. von Matsch stammen nicht nur die Ideen, der Entwurf und die Realisierung, sondern er kümmerte sich auch um die Mechanik und die übrigen technischen Belange. Er stellte Berechnungen an und legte die Grundzüge der Konstruktion fest.
